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08.05.2014

Tablet-Computer als Schulbuch-Ersatz?

Praxistest: An den Pindl Schulen in Regensburg standen die elektronischen Lern-Assistenten von morgen jetzt im Schulalltag auf dem Prüfstand.

Regensburg - Hält der Tablet-Computer demnächst an Regensburgs Schulen Einzug? Die privaten Schulen Pindl, bereits bei der Einführung von Notebooks im Unterricht vor mehr als zehn Jahren bayernweit Vorreiter, haben die flachen, intuitiv bedienbaren Klein-Computer jetzt umfassend im Unterricht getestet. Sowohl Gymnasium wie auch Realschule und Wirtschaftsschule waren einbezogen. Das EDV-Systemhaus SanData stellte zusammen mit IngramMicro 16 HP-Tablets kostenlos für den Test bereit. Das Fazit: Die Tablet-PCs sind vor allem als elektronischer Schulbuch-Ersatz geeignet und steigern bei Jugendlichen die Lernmotivation.

Der Vormarsch der Tablet-Computer in den Schulen ist weltweit offensichtlich nicht mehr aufzuhalten. Viele Länder sind hier aber bereits deutlich weiter als Deutschland: In den USA hat ein Computerhersteller bereits 4,5 Millionen Tablet-Computer an Schulen und Universitäten verkauft. Die Türkei will demnächst sogar 15 Millionen Tablets für Schüler anschaffen. In Schweden lernen Erstklässler an den Flachrechnern lesen und schreiben. Und in den Niederlanden starten im August gleich elf komplette iPad-Schulen, die ohne Hefte und Bücher auskommen wollen.

Grundsätzlich ist feststellbar: Tablets verändern den Unterricht. Eine Studie der University of London hat die bisher vorhandenen Forschungen zu Tablets zusammengefasst und zumindest Hinweise darauf gefunden, dass die Lernbereitschaft beim Einsatz der Schüler steigt. Eltern beobachteten demnach, dass ihre Kinder häufiger Hausaufgaben machten.

"Schüler sind begeistert"
Die Lehrer an den Pindl-Schulen haben nach dem mehrwöchigen Test Fazit gezogen. Die Regensburger Pädagogen stellen fest: "Die Schüler zeigen sich logischerweise begeistert und nehmen die Tablets sofort an. Die leichte Einsetzbarkeit der Tablets in Verbindung mit digitalen Lerninhalten - also digitalen Versionen der Schulbücher - und ein Internetzugang über WLAN ist eine Unterstützung des Unterrichtsgeschehens.

"Grundsätzlich kann gesagt werden, dass die Geräte besser arbeiten als erwartet und auch entsprechend gewertet wurden", urteilten etwa die Lehrkräfte des Pindl-Gymnasiums. Sie empfehlen Tablet-Computer als Erweiterung des Unterrichts, vor allem auch im Hinblick auf den Ersatz der gedruckten durch elektronische Schulbücher.

Tablets machen die Schultasche leichter
Der Einsatz von Notebooks ist an der Regensburger Privatschule seit zehn Jahren Unterrichtsstandard. Jeder Jugendliche an der Realschule hat ein Notebook.  Von jedem Winkel des Gebäudes können die rund 400 Schüler per Wireless-LAN auf Archive, Vertretungspläne und Schulaufgaben-Sammlungen zugreifen. Für Vokabeln oder Referate wird im Internet recherchiert und den Innenwinkelsatz im Dreieck erklären sich die Schüler per Bildschirmdemonstration.

Fakt ist: Tablets sind klein und handlich. In der Schultasche nehmen sie kaum Platz weg und sie sind viel leichter als Schulbücher oder Notebooks. Rosige Aussichten für Schüler in jedem Alter, denn Jugendliche schleppen heute schwer an ihrem Wissen - vor allem unter dem Arm und auf dem Rücken in Form ihrer gewichtigen Schultaschen. Untersuchungen zeigen, dass Schultaschen im Schnitt je nach Jahrgangsklasse bis zu zehn Kilogramm wiegen. Ein Tablet-PC dagegen, der die Inhalte der Bücher einer ganzen Großbibliothek speichern kann, bringt gerade mal knapp 400 Gramm auf die Waage.

Werden in Zukunft kaum 400 Gramm leichte Tablet-Computer das Schleppen schwerer Schulbücher überflüssig machen? An den Privaten Schulen Pindl in Regensburg wurde das jetzt in der Praxis getestet. Foto: obx/Fotolia

Markus Pindl, Geschäftsführer der Privaten Schulen Pindl, zusammen mit Fabian Treuner von SanData EDV-Systemhaus GmbH. Das Unternehmen stellte für den Schulversuch 16 Tablet-Computer zur Verfügung. Foto: Pindl


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